| |
Preisbeispiele
Nachträgliches
Abdichten des Kellers
- Aushub
von Hand, seitlich lagern und Wiederverfüllen mit Aushubmaterial:
Preis: ca. 110 €/m³; dasselbe maschinell:
Preis: ca. 75 €/m³;
- Aushub maschinell, Abfuhr und Wiederverfüllen mit Kies:
Preis: ca. 155 €/m³;
- Anlegen einer Drainage im Kiesbett, rd. 25 cm stark, oberseitig
mit Vlies abgedeckt, ohne Aushub-kosten:
Preis: ca. 27 €/lfdm;
- Aufbringen einer Bitumen-dickbeschichtung, 2lagig:
Preis: ca. 25 €/m²;
Nachträgliches Trockenlegen der Außenwände
- Mauersägeverfahren
Preis: ca. 87 €/lfdm;
- Eintreiben von Wellblech:
Preis: ca. 98 €/lfdm;
- Injektage - je nach Verfahren:
Preise: 50 bis 125 €/m²
(Preise inkl. MwSt.: Stand 2003)
|
|
Keller
- dauerhaft trocken und dicht (01. 06. 04)
In der Praxis ist immer öfters folgendes Phänomen anzutreffen:
So genannte Alt-baukeller müssen nachträglich abgedichtet werden.
Dabei handelt es sich nicht nur um Altbaukeller im klassischen Sinn, sondern
auch um Keller der jüngsten Bauzeit. Denn allzu häufig sind
Kellerbauwerke schon nach relativ kurzer Nutzung Sanierungsfälle.
Die Gründe hierfür sind relativ schnell ausgemacht: Der Anspruch
an die Kellernutzung wird in der heutigen Zeit immer höher. So kommt
es bei einer mangelhaften Bauwerksabdichtung ganz schnell zu Durchfeuchtungsschäden.
Ursache
erkennen und abstellen
Bei vorgefundenen Feuchteschäden im Kellerbereich ist es besonders
wichtig, die Schadensursachen festzustellen und zu beseitigen. Und zwar
so, dass der Erfolg nicht ausbleibt. Vorab sind die Schadensursachen zu
ermitteln und einige Punkte zu beachten, wie zum Beispiel:
- die Art der Wassereinwirkung,
- die Art der Bauwerksnutzung erkunden und festlegen,
- die Abdichtungsplanung,
- die Leistung zu beschreiben und zu definieren sowie
- die Ausführung, Ausführungskontrolle/Abnahme durchzuführen.
Dann
ist der Erfolg in der Bauwerkserhaltung nach den allgemein anerkannten
Regeln der Technik gegeben.
Wenn der Keller nachträglich abzudichten ist, muss grundsätzlich
entschieden werden, für welche Abdichtungsart man sich entscheidet.
Außenabdichtung
und Innenabdichtung
Beide Arten sind mit Vor- und Nachteilen behaftet, das heißt, es
sind flankierende Maßnahmen zu beachten, wie zum Beispiel:
- eine Horizontalabdichtung,
- ein Sanierputz-System,
- ein Sockelanschluss,
- ein Anschluss innen,
- eine Wärmedämmung und
- die Bodenabdichtungen.
Bedingungen
vor Ort
Bei dem konkreten Objekt, siehe Bildergalerie, wurde letztendlich eine
Außen-abdichtung geplant und ausgeführt. Die Art der Wassereinwirkung
wurde mit Lastfall "Bodenfeuchtigkeit" bestimmt und der anstehende
Boden wurde als wenig durchlässig eingestuft, so dass eine Dränanlage
nach DIN 4095 vonnöten war.
Bildergalerie
Teil 1: Ausgangslage und vorbereitende Maßnahmen
Beachte:
Für beheizte Kellerräume gelten zusätzlich die Forderungen
der EnEV 2002, insbesondere bei Wänden und Decken gegen unbeheizte
Räume und gegen das Erdreich.
Eine höherwertige Kellernutzung setzt demzufolge voraus,
- dass eine funktionierende Abdichtung innen oder außen aufgebracht
wird,
- eine Wärmedämmung innen oder außen vorhanden ist,
- die Oberflächengestaltung dem Aufbau angepasst und
- die Planung von Anschlussdetails durchgeführt wird.
Das
bebilderte Objekt wurde gemäß einem Leistungs-Verzeichnis ausgeführt.
Die Bauwerksabdichtung an diesem Objekt war mit der Kelleraußenabdichtung
noch nicht abgeschlossen. Folgende flankierende Maßnahmen wurden
erforderlich.
Bildergalerie
Teil 2: Abdichtungen außen und Vorbereitung für
innen
Anschluss
Sockelbereich
Da die Kelleraußenabdichtung nicht planmäßig mindestens
300 mm über Gelände hochgeführt werden konnte, um den Klinkersockel
zu erhalten, hat man sich für einen ausreichend wasserabweisenden
Sockel durch eine hydrophobierende Imprägnierung entschieden.
Resümee
Der Keller kann nun einer hochwertigen Nutzung zugeführt werden,
dank einer abgestimmten Planung und Ausführung aller Beteiligten.
Darüber hinaus gilt: Wirkung und Bestand einer Bauwerksabdichtung
hängen nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung
ab, sondern auch von der abdichtungs-technisch zweckmäßigen
Planung, Dimensionierung und Ausführung des Bauwerks und seiner Teile,
auf die die Abdichtung aufgebracht wird.
Bildergalerie
Teil 3: Innenabdichtung und Fertigstellung
Beachte:
Bauwerksabdichtungen sind immer zu planen!
Hierfür
stehen dem Planer und dem Ausführenden praxiserprobte Produkt-Sys-teme
mit jahrzehntelanger Brauchbarkeit zur Verfügung. Bei diesen Produkt-Systemen
handelt es sich im Regelfall um solche, die über die Norm hinausgehen
und bei Einhaltung der Regeln den Erfolg garantieren. Selbstverständlich
sind alle Produkt-Systeme geprüft und nach der jeweiligen Landesbauordnung
(LBO) zugelassen.
Wenn
die Abdichtungsplanung, vor allem im Bestand, Leistungsbeschreibung und
Ausführung optimal aufeinander abgestimmt sind, dann sind Kellerräume
nicht nur "trocken und dicht", sondern auch als hochwertige
Wohnräume beständig nutzbar.
Viele
Anbieter am Markt gewähren für ihre Produkte eine fünf
bzw. zehnjährige Systemgarantie. Dieses setzt jedoch voraus, dass
am jeweiligen Objekt nach Vorgaben des Herstellers und nach den allgemein
anerkannten Regeln der Tech-nik gearbeitet wurde, das heißt, dass
die
- Abdichtung im definierten System ausgeführt wurde,
- Ausführung durch zertifizierte Partner erfolgte,
- Verarbeitung des Produkt-Systems nach Hersteller-Vorgabe erfolgte,
- Protokolle der Ausführung und Abnahme vorliegen,
- Lieferscheine von der Baustelle vorliegen und
- Keine Verstöße gegen die Bauaufsicht und Planungsfehler vorliegen.
Des
Weiteren wird erwartet, dass eine Bauzustandsanalyse erfolgt und die Ergeb-nisse
in ein Leistungsverzeichnis einfließen.
Die
Vorteile
dieser Vorgehensweise liegen hierbei klar auf der Hand: Eine quali-tätsüberwachte
Ausführung wird so garantiert und dokumentiert. Der Bauherr hat darüber
hinaus jederzeit den Überblick und den Nachweis über die exakt
ausgeführten Arbeiten, wie zum Beispiel:
- Nachweis und Empfehlung qualifizierter Fachbetriebe,
- kontrollierte Ausführung,
- qualitative Dokumentation,
- garantierte System-Sicherheit,
- Gewährleistung nach Produkt-System: fünf Jahre bzw. zehn Jahre,
- Schadensbeseitigung auch bei Ausfall des Fachbetriebes und
- objektbezogene Garantie-Urkunde für den Bauherrn.
Dipl.-Ing. Uwe Morchutt
|
|
|