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Trichet
folgt Duisenberg (29. 10. 03)
Der 60-jährige Gouverneur der französischen Notenbank, Jean-Claude
Trichet, wur-de vor wenigen Tagen in Brüssel von den europäischen
Staats- und Regierungs-chefs zum neuen Vorsitzenden der Europäischen
Zentralbank (EZB) ernannt. Er tritt zum 1. November diesen Jahres offiziell
das Amt des obersten Währungs-hüters in der hessischen Bankenmetropole
Frankfurt an.
Obwohl gerade erst vom Vorwurf der Bilanzfälschung frei gesprochen,
stand Trichet seit längerem als aussichtsreichster Kandidat für
dieses Spitzenamt fest.
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Trichet
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Amtsantritt
in turbulenter Zeit
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Duisenberg
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Trichet,
in seiner Heimat gern als Pariser Schöngeist bezeichnet, dank
seiner Affi-nität zur Literatur und Opernmusik, folgt somit
mit leichter Verspätung dem Nieder-länder Wim Duisenberg,
der oftmals spröde und bisweilen rüde wirkte. Der aber
den Euro nach einem Durchhänger zu ungeahnter Stärke verhalf.
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Oder
ist es eher eine Dollarschwäche? Duisenberg ließ sich jedenfalls
zu keiner Zeit von der Politik missbrauchen und vor deren Karren spannen.
Trichet ist indes nicht zu beneiden, übernimmt er doch das Amt in
einer Phase, wo die Konjunktur nahezu am Boden ist, der EU-Stabilitätspakt
in der Krise steckt und die Angst an den Finanzmärkten vor einem
Dollar-Crash zunehmen.
Trichet gleich unter Druck
Eigentlich
ein undankbarer Posten in einer Zeit, wo die Zeichen eher auf Sturm stehen.
Der Druck seiner Landsleute, Frankreichs Staatsschulden explodieren ebenso
wie die Deutschlands, wird verstärkt auf ihn lasten, den historisch
niedrigen EZB-Leitzins von zwei Prozent weiter zu senken. Denn gerade
die ehemaligen Musterknaben und Verfechter des EU- Stabilitätspaktes,
Deutschland und Frankreich, versuchen lieber heute als morgen die Stabilitätskriterien
zu unterwandern. Ob Trichet bei diesem Szenario noch Lust und Laune an
Literatur und Opernbesuche verspürt, darf gespannt verfolgt werden.
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