Berlin ist wieder Spitze (19. 08. 03)
Zumindest wenn es um den Erwerb von Bauland geht. Der Quadratmeter baureifes Land kostete im vergangenen Jahr im Bundesdurchschnitt 78 €. Also 3 € mehr als ein Jahr zuvor. In Westdeutschland stagnierten die Grundstückspreise mit 88 € nach 89 € im Jahr 2001 auf hohem Niveau. In Ostdeutschland wurde hingegen mit 50 € der höchste Wert seit der Wiedervereinigung erzielt; das waren 5 € mehr als 2001. Seit Beginn der 90er Jahre ist der Anstieg in Westdeutschland (1990: 63 €) mit 39,7 Prozent erheblich stärker gewesen als der Anstieg der Baupreise mit 23,3 Prozent und derjenige der Lebenshaltungskosten mit 26,3 Prozent. In Ostdeutsch-land haben sich die Preise seit 1992 nahezu vervierfacht, wobei man allerdings das niedrige Ausgangsniveau von 14 € berücksichtigen müsse.

Preisanstieg im Osten
Laut Jokl, Chef des ifs in Berlin, zeigt sich die Situ-ation derzeit so: "Die Grundstückspreise haben sich 2002 vor allem im Hochpreissegment, also in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bay-ern, Bremen und Hessen, zum Teil deutlich verbilligt. In den Niedrigpreisregio-nen, insbesondere in den ostdeutschen Bundeslän-dern, sind die Preise
 

hingegen deutlich angestiegen. Hier gibt es ganz offensichtlich auf der einen Seite - in den Niedrigpreisregionen - gewisse Nachholeffekte, auf der anderen Seite - in den Hochpreisregionen - macht sich der drastische Einbruch im Wohnungsneubau bemerkbar."

Die höchsten Quadratmeterpreise sind in Berlin zu verzeichnen gewesen. Hier hät-ten Käufer im vergangenen Jahr durchschnittlich 258 € (2001: 237 €) aufwenden müssen. An zweiter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 152 € (2001: 156 €) vor Bayern mit 119 € (2001: 129 €) und Nordrhein-Westfalen mit 114 € (2001: 110 €). Am Ende liegen die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg mit 56 € (2001: 47 €), Mecklenburg-Vorpommern mit 52 € (2001: 52 €), Thüringen mit 43 € (2001: 39 €) und Sachsen-Anhalt mit 35 € (2001: 32 €).

Die Zahl der Verkaufsfälle von Grundstücken ist seit 1999 - parallel zum rückläu-figen Wohnungsneubau - um fast 40 Prozent eingebrochen. In Westen ist die Zahl um 36 Prozent zurückgegangen, im Osten sogar um 45 Prozent. Der Anteil Ost-deutschlands an den Veräußerungsfällen ist von 14 Prozent im Jahr 1992 auf 24 Prozent im Jahr 2002 gestiegen. Die durchschnittlich veräußerte Grundstücks-fläche ist mit 870 Quadratmetern in Ostdeutschland nicht mehr wesentlich größer als in Westdeutschland mit 790 Quadratmetern gewesen, nachdem sie 1992 mit 4 410 Quadratmetern noch mehr als viermal so groß wie in Westdeutschland mit 970 Quadratmetern gewesen sei.