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Nur vier Minuten zur Flucht (18. März 2008)
Mehr als 200 000 Brände fordern jedes Jahr in Deutschland rund 600 Menschenleben und eine noch höhere Zahl an Verletzten. Die allermeisten von ihnen - etwa 95 Prozent - fallen aber nicht den Flammen, sondern giftigen Rauchgasen zum Opfer. Das Bestürzende daran: Knapp 70 Prozent der Opfer werden nachts im Schlaf überrascht. Der Rauch verbreitet sich lautlos und viel schneller als das Feuer selbst. Er vernebelt Fluchtwege, versperrt die Sicht und betäubt die Betroffenen in kürzester Zeit. Schon einige wenige Atemzüge, durch die das hochgiftige Kohlenmonoxid (CO) in die Lunge gelangt, sind tödlich.

Warnmelderpflicht in sieben Bundesländern
Moderne Rauchmelder, die als batteriebetriebene Geräte unabhängig von der Stromversorgung funktionieren, erkennen selbst feinste Rauchpartikel und lösen im Ernstfall einen schrillen Alarmton aus. Speziell für schwerhörige oder gehörlose Menschen werden zudem Modelle angeboten, die über optische Signale vor Feuer und Rauch warnen. VdS ist die unabhängige und akkreditierte Prüf- und Zertifizierungsstelle für Brandschutz und Rauchwarnmelder für den privaten Haushalt: VdS prüft bis ins Detail, so dass Sicherheit messbar wird. Apropos: Nach Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern gilt seit dem 29. Februar 2008 auch in Thüringen die Pflicht zur Installation von Rauchwarnmeldern für Neubauwohnungen.

Wertvolle Tipps im Brandfall
Was können Bewohner im Fall eines Brandes tun? Brandschutzexperten des Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe (bvbf) geben Verhaltenstipps für den Fall eines Wohnungs- oder Hausbrandes, die Leben retten können.

Was tun bei Feuer in der Wohnung oder im Haus?
Bewahren Sie Ruhe. Verlassen Sie mit allen anderen Haushaltsmitgliedern umgehend die Wohnung. Halten Sie sich nicht auf, um irgendetwas mitzunehmen. Warnen Sie andere Hausbewohner. Rufen Sie die Feuerwehr (Telefonnummer 112) so schnell wie möglich von außerhalb der Wohnung oder des Hauses an und nennen Sie Namen, Anschrift und Brandort.

Soll ich zunächst versuchen, den Brand selbst zu löschen?
Nur wenn man sich nicht selbst in Gefahr bringt. Kleinere Brände können häufig mit einer Löschdecke oder noch besser mit einem Feuerlöscher wirkungsvoll bekämpft werden. Mehrere Feuerlöscher, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern, sollten gleichzeitig eingesetzt werden, um die Löschkraft zu steigern. Diese sollten an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden und vor allem sollte man sich bereits vorher mit der Funktionsweise vertraut gemacht haben.

Wie viel Zeit bleibt mir zur Flucht?
Es ist ein gefährlicher Mythos, dass man im Brandfall mehr als zehn Minuten Zeit hat, um die Wohnung zu verlassen. Tatsächlich bleiben im Durchschnitt nur vier Minuten zur Flucht. Eine Rauchvergiftung kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein.

Was ist beim Verlassen des Gebäudes zu beachten?
Verwenden Sie im Brandfall niemals Aufzüge. Diese werden zur tödlichen Falle, wenn sie sich mit Rauch füllen oder nach einem Stromausfall stecken bleiben. Ansonsten gilt Rücksichtnahme. Soweit es möglich ist, sollte man Kindern und Alten beim Verlassen des Gebäudes helfen. Außerdem sollte man sich am Treppengeländer festhalten, um bei einer Panik nicht zu stürzen.

Was tun, wenn der Fluchtweg durch das Treppenhaus versperrt ist?
Dann sollte man in der Wohnung bleiben, die Türen schließen und gegebenenfalls mit feuchten Tüchern und Laken abdichten, damit kein Rauch eindringt. Außerdem sollte man sich am Fenster aufhalten und sich dort bemerkbar machen.

Was tun in verqualmten Räumen?
Rauch zieht nach oben. Deswegen sind die Luft und die Sicht am Boden immer besser. Es gilt: Auf den Boden, sich gegebenenfalls auf den Knien fortbewegen. Das tut die Feuerwehr auch - trotz Atemschutzmasken.

Was kann ich vorsorglich zu meinem Schutz tun?
Rauchmelder sind der beste Lebensretter im Brandfall. Die Geräte sollten VdS geprüft sein. Feuerlöscher dienen zur Brandbekämpfung von entstehenden Bränden. Sie müssen ständig betriebsbereit sein, was durch die regelmäßige Wartung spätestens alle zwei Jahre durch einen Kundendienst gewährleistet wird.
Zur Verhinderung von Bränden ist zu raten, Reparaturen an Gas- und Elektrogeräten nur vom Fachbetrieb durchführen zu lassen, eingeschaltete Elektrogeräte nie unbeaufsichtigt zu lassen und nur geprüfte Geräte zu verwenden. Auch offenes Feuer darf nicht unbeobachtet gelassen werden. Brennendes Fett in der Pfanne oder einem Fondue-Gerät darf nie mit Wasser gelöscht werden, sondern soll mit einer Wolldecke oder einem passenden Deckel erstickt werden. Zigaretten- oder Zigarrenreste sollen nur in nichtbrennbaren Behältnissen abgelegt werden. Darüber hinaus sollte man niemals im Bett rauchen. Schließlich sollten Treppenräume und Flure von brennbaren Gegenständen frei gehalten werden.