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Sind Sie richtig versichert? (29. 01. 03)
Die Mehrzahl aller Bauherren und Hausbesitzer wird nicht in der glücklichen Lage sein, Ihr Haus nach einem größeren Schaden nochmals finanzieren zu können. Deshalb ist es ganz wichtig, die richtige Versicherung gewählt zu haben. Worauf müssen Sie achten?

Während der Bauphase
Ob Feuer, Wasserschäden oder Glas-bruch: Während der Bauphase kommen Schäden am Bau besonders teuer zu stehen. Obendrein verzögern sie den Bau-fortschritt. Damit ihre Investitionen nicht durch unvorhergesehene Schicksals-schläge beeinträchtigt werden, sollten sich Bauherren bereits für die Bauphase richtig versichern. Eine umfassende An-gebotspalette an Policen hat nahezu jeder Finanzdienstleister im Angebot.

Bauherrenhaftpflichtversicherung: Da Privat-Haftpflichtversicherungen nicht für alle Sach- und Personenschäden aufkommen, ist der Abschluss einer Bauherren-haftpflichtversicherung ein unbedingtes Muss für jeden Häuslebauer. Sie schützt den Bauherren gegenüber Schadensersatzansprüchen aus der Verschuldens- und Gefährdungshaftung. Sie gilt bis zum Ende der Bauarbeiten und kostet zwischen 25 und 75 € pro 50 000 € Bausumme. Ebenfalls mit dabei: die Grundstückshaft-pflicht.

Bauleistungs-(Bauwesen-)Versicherung: Wer sich beispielsweise gegen Van-dalismus während der Bauphase schützen will, greift zu diesem Versicherungstyp. Darüber hinaus wird das Vermögen selbstverständlich auch gegenüber Schäden an fertiggestellten Bauteilen durch höhere Gewalt und andere unabwendbare Gefahren gesichert. Der Prämiensatz liegt hier je nach Selbstbehalt zwischen 0,53 und 1,05 € je 500 € Versicherungssumme (180 000 € Bausumme ab ca. 177 € Jahresbeitrag).

Bauhelferunfallversicherung: Wenn Freunde, Kollegen, Nachbarn oder auch Verwandte aus Kostengründen auf der Baustelle aushelfen und dabei zu Schaden kommen, dann springt die Bauhelferunfallversicherung ein. Der Grund hierfür liegt in einem antiquierten Paragraphen aus der "Reichsversicherungsordnung". Wonach auch unentgeltlich arbeitende Bauhelfer gesetzlich unfallversichert sind. Nur dafür kassieren die gesetzlichen Unfallversicherungsträger vom Bauherren Versiche-rungsprämien, notfalls auch im Nachhinein. Ein Jahr Versicherungsschutz für fünf Bauhelfer mit 50 000 € Invaliditätssumme je Bauhelfer kosten ca. 140 € im Jahr.

Nach der Fertigstellung des Gebäude
s
Wohngebäudeversicherung (inklusive Feuerrohbauversicherung): Den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung verlangen oftmals schon die Banken als Sicherheit bei der Kreditvergabe. Sie ersetzt Schäden, die am Haus durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Erdrutsch oder gebrochene Wasserrohre entstehen. Wer diese Police bereits frühzeitig abschließt, also vor Baubeginn, bekommt die Feuerrohbauversicherung von den meisten Finanzdienstleistern sozusagen gratis für die Dauer von zwölf Monaten inklusive dazu. Die Feuerroh-bauversicherung sichert den Gebäude-Rohbau und die Baustoffe gegen Feuer-schäden (z.B. gegen Blitzschlag, der den Baumaterialschuppen entzündet).
Die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung sind von zahlreichen Faktoren abhängig. Für ein neues, massiv gebautes Einfamilienhaus in der günstigsten Regionalklasse mit einem Neuwert von 180 000 € werden ab 100 € Jahresbeitrag veranschlagt. Elementarschäden (Erdbeben, Überschwemmung, etc.) sind mit Einschränkungen (hochwassergefährdende Gebiete) gegen Beitragsaufschlag versicherbar! Bitte genau erkundigen!
In die Versicherungen einbezogen sind alle Gebäude, Nebengebäude und Garagen. Außerdem sind auch alle Gegenstände versichert, die fest mit dem Haus verbun-den sind. Das heißt, auch die Einbauküche oder die Heizungsanlage werden in der Versicherungssumme berücksichtigt.

Im Schadensfall übernimmt der Versicherer alle entstehenden Kosten, bis hin zum Neuaufbau Ihres Hauses. Die Erstattung richtet sich nach dem Neubauwert, der von der Versicherung errechnet wird. Der Eigentümer eines Mietshauses erhält im Schadensfall von der Versicherung auch die Mietausfälle bis zu einem Jahr.
Die Versicherungsprämie wird aufgrund verschiedener Faktoren ermittelt. Dazu zählen unter anderem:
- der Neuwert des Gebäudes,
- die Bauweise (Fachwerkhäuser sind teurer als Massivhäuser),
- die Art der Nutzung (gewerblich genutzte Häuser sind teurer) sowie
- die Gefahrenzone.
Die Versicherungssumme, also die Prämie, passt Ihr Versicherer jährlich an.
Geben Sie alle Gegenstände (Einbauküche, usw.) und Nebengebäude, wie z. B: Garagen, unbedingt an. Auch wenn Sie an- oder ausbauen (Wertsteigerung), sollten Sie diese Veränderungen dem Versicherer umgehend mitteilen, da Sie ansonsten unterversichert sind. Dieser wird dann Ihre Versicherungssumme erhöhen.

Gewässerschadenhaftpflicht (Deckungssumme: 2 Mio. € pauschal)
Sie reguliert Schäden, die durch auslaufendes Öl (bei einer Ölheizung) eines undichten Öltanks entstehen können.
Ausgelaufene oder leckgeschlagene Öltanks verursachen große Schäden, so verseucht z.B. Ein Tropfen Heizöl 1 Mio. Tropfen Wasser (Grund- oder Trinkwasser). 10 000 l Heizöltank ab ca. 48 €.

Hausratversicherung
Zum Hausrat gehören alle Sachen, die einem Haushalt zur Einrichtung, zum Gebrauch bzw. zum Verbrauch dienen. Hierzu zählen auch Bargeld und Wertsachen (Bitte Entschädigungsgrenzen beachten!).

Geldwerter Tipp : Jeder Bauherr und Hausbesitzer sollte regelmäßig seinen Versicherungsschutz überprüfen, damit er nicht in eine Unterversicherung gerät. Der Versicherer spricht von Unterversicherung, wenn der Versicherungswert höher als die Versicherungssumme ist. Liegt eine Unterversicherung vor, wird im Scha-densfall entsprechend der Unterversicherung eine Minderung der Entschädigungs-leistung vorgenommen!
Fazit: Lassen Sie sich rechtzeitig und umfassend beraten! Informieren Sie sich genau und vergleichen Sie vor allem mehrere Angebote!