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Anleger:
und, tschüss! (20. Juni 2006) Die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG, 1926 gegründet, unrühmlicher Emittent von festverzinslichen Wertpapieren, hat per 19. Juni beim Amtsgericht Leipzig Insolvenz angemeldet. Der Schritt war allerdings vorhersehbar, wie bauwissen-online bereits am 11. Juni diesen Jahres "Germany: Paradies für Betrüger" berichtete. Natürlich gibt es für den bisher größten Finanzskandal in der Geschichte der neuen Bundesländer keinen Eintrag in das "Guinnessbuch der Rekorde". Tausende Anleger warten bereits seit Dezember 2005 total beunruhigt auf die Rückzahlung fälliger Unternehmensanleihen. Ihnen wurden utopische Renditen von bis zu 6,75 Prozent versprochen. Schon der Emissionsprospekt lässt aber böses vermuten, worum es in Wahrheit geht. Dort steht u.a.: Der Nettoerlös der Anleihe "kann auch der Ablösung bisher ausgegebener Inhaberteilschuldverschreibungen dienen". Am 16. Juni war ein Teilbetrag von 20 Mio. Euro zur Rückzahlung fällig: Ab da konnte man schon die Stunden zählen, bis das System endgültig zusammenzubrechen drohte. Von einem Schneeballsystem sprechen Anlegerschützer, Rechtsanwälte und Brancheninsider: Bei dieser Masche werden Anlegergelder nicht oder nur ungenügend investiert. Die Zins- oder Gewinnansprüche der Anleger werden stattdessen aus den Einzahlungen neuer Anleger bedient. Der Medienberichterstattung sei es u.a. mit zu verdanken gewesen, dass dem zur Refinanzierung erforderlichen Geldnachschub der WBG der Gar ausgemacht wurde, erklärte das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS). Somit war ein Crash der Gesellschaft nur noch eine Frage von Stunden. Zwischen 25 000 und 30 000 Anleger werden nun ihre Ansprüche gegenüber der Insolvenzmasse geltend machen müssen. Wie viel Geld sie letztendlich erhalten, wird vom Erlös des Immobilienvermögens abhängen. Der Schaden wird derzeit auf bis zu 300 Mio. Euro geschätzt. Die
DIAS empfiehlt betroffenen Anlegern, sich bereits bestehenden Interessengruppen
anzuschließen, damit dort die Forderungen gebündelt werden
können. Unabhängig von den Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung
bestätigte die Staatsanwaltschaft inzwischen weitere Strafanzeigen
gegen die WBG Leipzig-West. |
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