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Stein
auf Stein zum fertigen Erdgeschoss
Mit
der Fertigstellung des Kellers wird für den interessierten Betrachter
oftmals erst sichtbar, dass hier ein Haus entsteht. Bisher geschah fast
alles im Verborgenen, der Keller hat sich sichtbar aus dem Erdreich empor
bewegt. Die Kelleroberkante liegt jetzt bereits über dem Geländeniveau.
Nun ist es an der Zeit, mit dem Mauerwerk für das Erdgeschoss zu
beginnen.
Bauphysikalische
Einflussgrößen beachten
Die neue Energie-Einspar-Verordnung (EnEV), die das so genannte Niedrig-Energie-Haus
zum Mindeststandard für Neubauten werden lässt, ist natürlich
einzuhalten. Ca. 30 % Energieeinsparung zur alten WSchVO von 1995 sieht
die neue EnEV vor, die am 1. Februar 2002 in Kraft getreten ist. Bitte
lesen Sie dazu das Kapitel 4.6. "EnEV", da finden Sie alles
Wissenswerte über die neue Verordnung. Jeder potentielle Bauherr
sollte sich frühzeitig mit dieser Thematik vertraut machen.
Alle Baustoffhersteller haben sich seit geraumer Zeit mit dieser Materie
befasst, so dass nahezu alle Baustoffe die neuen Anforderungen erfüllen.
Wenn nicht, muss eine stärkere Außenwanddämmung vorgesehen
werden.
Neuer
Trend im Mauerwerksbau
Die Mauerwerksproduzenten haben zahlreiche neue technische Lösungen
gefunden, um heutzutage intelligentere Systeme auf der Baustelle einzusetzen.
Heute spricht man vom Systembau im Mauerwerksbereich. Was verbirgt sich
nun dahinter? Ganz einfach: Der Grad der Vorfertigung hat sich erhöht:
Heute wird nicht mehr gemauert, heute wird montiert. Die Steine sind größer
geworden, sogar ganze Mauertafeln sind entstanden, die mittels Verlegehilfen
bzw. Hebezeugen montiert werden. Nahezu alle Baustoffhersteller haben
diesen Weg eingeschlagen. Vorteil für den Bauherrn: Alles geht schneller,
er spart Zeit und Geld.
Worauf
sollte man beim Erdgeschoss Acht geben?
Tragende Außenwände haben verschiedene Aufgaben zu erfüllen.
Neben dem sicheren Ableiten von Eigen- und Verkehrslasten in den Baugrund
schützen sie das Haus vor Wärme, Feuchte, Schall und Brand.
Sie sind sozusagen die Außenhaut eines Gebäudes. Genau diesen
Anforderungen muss sich der Wandbaustoff stellen.
Die Raumhöhen im Erdgeschoss sind vom unterschiedlichen Bodenaufbau
(Isolierung, Estrich und Bodenbelag) abhängig. Eine unterschiedliche
Nutzung der Räume (Küche, Bad oder Wohnzimmer) erfordert zwangsläufig
einen differenzierten Fußbodenaufbau. Demzufolge sollten auch die
Mauerhöhen gewählt werden. Der Fußbodenaufbau bestimmt
obendrein die Höhe der Fensterstürze und Rollokästen. Es
gibt mittlerweile auch tragende Rollladenkästen, so dass auf Fensterstürze
verzichtet werden kann. Zur Vermeidung unnötiger Stemmarbeiten, muss
bei allen Fenstern und Innentüren auf das lichte Mauermaß geachtet
werden. Ebenso sollten Aussparungen für Versorgungsleitungen (Heizung,
Leerrohre für Strom und Telefon, etc.) nicht vergessen werden.
Bei
der Baustoffauswahl sollten Sie von Anfang an daran denken, dass sie sich
untereinander vertragen. Besonders in Bereichen, wo unterschiedliche Baumaterialien
(Beton, Ziegel, etc.) aufeinandertreffen, entstehen leicht so genannte
Wärmebrücken (Schimmel- und Sporenbildung möglich), die
unbedingt zu vermeiden sind. Hier müssen ansonsten zusätzliche
Dämm-Materialien eingebaut werden.
Eine ständige Kontrolle der Arbeiten sorgt für Qualität
und zügigen Baufortschritt. Bei den heutigen Steinformaten ist
das Erdgeschoss relativ schnell hochgezogen. 36,5 cm dicke Außenwände
sorgen bereits für ein behagliches Wohnklima. Haben Sie die richtige
Außenwandstärke gewählt, müssen die Wände später
bloß noch von innen und außen verputzt werden. Wenn nicht,
müssen zusätzliche Dämm-Materialien angebracht werden.
Darüber mehr in einem späteren Kapitel.
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